RAUM

Christoph Hinterhuber 02|02 – 03|05|14

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Anlässlich seiner Einzelausstellung in der es-gallery Meran realisiert Christoph Hinterhuber eigens für die Räumlichkeiten der Galerie eine Installation, in welcher die Wandflächen mittels Stempeltechnik in einem all over bespielt werden, sodass eine stark optische Struktur erzeugt wird. Diese so bespielten Wandflächen dienen wiederum als Träger und Background für weitere, ganz neue Arbeiten des Künstlers, wie Malereien auf Leinwand, Tafelbilder sowie eine Soundinstallation. Mit dieser Ausstellung von Christoph Hinterhuber beweist die es-gallery wieder einmal ihren experimentellen Charakter, welcher auch bereits renommierten Künstlern die Gelegenheit bietet, Neues auszuprobieren und ihr künstlerisches Arbeitsfeld zu erweitern. Diese Chance nutzt Christoph Hinterhuber, indem er die kleinen Räumlichkeiten der Galerie mit einer Serie von noch nie gezeigten Arbeiten bespielt, welche insgesamt eine neue Schaffensperiode des Künstlers einleiten. Für die Bespielung der Wandflächen beschäftigt sich Hinterhuber mit dem Namen bzw. dem Signet der gastgebenden Institution, welches Hinterhuber wie ein Brandmark als Universum graphischer Zeichen über die gesamte Galerie verteilt. Seit vielen Jahren beschäftigt sich Hinterhuber mit bildhaften Zeichen von Brands, Logos und Marken, welche er als abstrahierte, zeichenhafte Sprache des globalisierten Kommerzes in poppigen Farben und wiederholenden Formen aufgreift. Indem Hinterhuber diese Form der Ideologisierung von Marken auf das Konzept von Galerie überträgt, stellt er die kritische Frage nach der Vermarktung von Kunst buchstäblich in den Raum. In den Malereien werden die in den letzten Jahren vom Künstler verwendeten zentralen Elemente wie Text, digital produzierte grafische Linie und monochrome Farbflächen nun ergänzt und erweitert durch expressive Zeichnungen mit Graphit und Ölpastellkreiden auf  Leinwand. Ganz im Sinne der surrealistischen „Écriture automatique“ entsteht hier eine durch freie Assoziationen hervorgerufene Zeichenwelt, ein absolutes Novum bei Hinterhuber. Dadurch kommt das Spontane, das Gestische, das Intuitive mit ins Spiel, als Gegenpol zum üblicherweise konzeptuellen Ansatz seiner Arbeit, ein Zusammentreffen, welches eine ungeheurere Spannung in sich trägt! Hinterhuber mischt sich für diese Ausstellung erstmals die Farben mit Pigmenten selber, sodass die Bildoberfläche ihren seit vielen Jahren typisch versiegelten Charakter verliert zugunsten einer größeren Leichtigkeit und Transparenz. Dadurch erfahren nun erstmals auch die Farben Pink sowie Schwarz und Weiss, bisher Konstanten von Hinterhubers Werk, eine Erweiterung durch das Zitronengelb, das Hellgrün oder Variationen des Pink. Im Rahmen dieser Ausstellung wird eine Plakatarbeit als Edition präsentiert mit einem Zitat des amerikanischen Techno-DJ’s Jeff Mills, in welchem dieser auf das Konzept von Raum, Technologie und gesellschaftlicher Veränderungen Bezug nimmt. Hier wird die grundlegende gesellschaftspolitische Auseinandersetzung von Christoph Hinterhuber deutlich. Die Beschäftigung mit Raum, Bildraum und Schichtung ist ein Anliegen, das weit über die Kunst hinausreicht.  Dies vermittelt auch die Anordnung der Werke als raumumspannende Oberflächenstrukturen zusammen mit dem Sound der Arbeit „mono-hole“, welche dem Besucher eine intensive Raumerfahrung und gleichzeitig einige reflexive Momente ermöglichen. (Text Sabine Gamper) download | pdf

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