DIARIO ONIRICO IN METAMORFOSI

Elettra Ranno 05|09|08 – 04|10|08

 ranno
Ein Spiel, das im Dunkeln vollzogen wird, in der Stille. Ein Hauch, kaum spürbar, der Lichtfragmente auffängt und sie auf der Emulsion fixiert, für immer. Daraus, doch auch noch aus viel mehr, setzt sich die fotografische Arbeit Elettra Rannos zusammen, einer Künstlerin, die sich dieses Mediums bedient, um das eigene, persönliche, Wandlungen unterliegende Traumtagebuch zusammenzustellen. Elettra Ranno schreibt ihr Tagebuch mithilfe der Fotografie. Für sie ist das Licht Wort, Farbe, Note. Eine wohldurchdachte Synthese, gemacht aus mit Symbolen und Metaphern beladenen Darstellungen, die bald ausgeprägter, bestimmter, ausdrücklicher, bald eher verschwommen, vage und weich sind. Die Künstlerin schreibt mit dem Licht. In vollkommener Stille. Sie bedient sich dabei nur ihrer eigenen Sensibilität. Lotet ihre Innenwelt, ihre eigene Welt aus, prüft sich, untersucht sich, “entblößt” sich. Und alledem steht eine doppelte Notwendigkeit voran, die ihr auf der einen Seite erlaubt, sie selbst zu sein, und auf der anderen die Aufzeichnungen zu machen, die sonst verloren gehen würden. Ein Erbe von Momenten, das bewahrt werden muss, wertvoll wie die Erinnerungen. Beachtliche Fragmente von Anmerkungen. Ein intimes Tagebuch, ein kleines Notizbuch von Empfindungen, Wahrnehmungen, an Gemütslagen gebundenen Eindrücken. Verwoben mit feinem Sinn für Ästhetik, mit einem eleganten und ausgesuchten narrativen Faden. Tagebuch: weil die Bilder von ihr erzählen, als Anwesenheit-Abwesenheit, flüchtiges Zeichen der Existenz. Traumartig insofern, als der Betrachter selbst in das Innere der Träume der Künstlerin hineingezogen wird und von kaum merkbaren Empfindungen eingehüllt. In Metamorphose: weil es ein kontinuierlicher, doch stets unterschiedlicher Verlust von Materialität ist, was das Wesen dieser Arbeit ausmacht. Elettra Ranno erscheint, oder vielleicht verschwindet vor unseren Augen, anhand von Bildern, die, reich an geheimnisvollen Empfindungen, ein unauslöschliches Zeichen hinterlassen und zugleich ein Staunen auslösen, das mit der Wahrnehmung des Erlebens der unterschiedlichen Dimensionen des Seins in Zusammenhang steht. Geboren 1971 in Acireale (I), lebt und arbeitet in Rom und Athen

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