CITTÁLTRA

Franca Giovanrosa 12|02|10 – 06|03|10

 franca_giovanrosa
Franca Giovanrosa, eine junge römische Fotografin, erforscht die heutige Gesellschaft durch das Abbild einer Stadt, die sich in einen Ausdruck von Gefühlen, welche eine tiefe innere Krise unserer Zeit charakterisiert, verwandelt. Der Rost des Rahmens und des chromatischen Hintergrundes der Bilder verkörpert die passive, träge Annahme unseres Seins, unverwechselbares Symptom des Menschen, der sich in sich selbst verschließt und isoliert. Die Stadt verwandelt sich in die Darstellung des Menschen, welcher betrübt die Entscheidung des Nicht-Seins aus Angst zu leiden, verkörpert und somit jede eigene sensible Initiative kaschiert. In der abgebildeten Landschaft ist die Welt der Träume weit entfernt: ihre Existenz ist vom Rost verhüllt. Die formelle Disziplin der Bilder (mit einem Blick in die zwanziger Jahre) offenbart diese Besessenheit, welche sich aufgrund der Nachgiebigkeit entwickelt hat. Die Zeit verlangsamt schnell und alles findet wieder seine Ordnung: die Angst nichts zu tun führt uns dazu, die Zeit fürs Ordnen zu nutzen. Während die Hektik des Alltags stehen bleibt und mit der Suche nach dem Eigenen Ich ersetzt wird, stellen die metereologischen Bewegungen die Angst vor einem Neubeginn oder noch genauer, vor dem wahren Leben, dar. Die Luft bleibt stehen, man möchte die Grenzen überschreiten, doch man bleibt am selben Punkt verankert ohne die Ganzheit sehen zu können: die Grenze wird vom schweren Rahmen dargestellt, welcher das Gefühl eines Käfigs vermittelt, in den man hineinschauen kann. Doch der Blick dringt nicht jenseits. Denn sich Umschauen bedeutet sich selbst Fragen zu stellen, Entscheidungen zu fassen und Stellung zu nehmen. So hingegen, verwandelt sich die Stadt in etwas anderes, sie passt sich nicht dem Atem der Welt an. Claudio Composti Geboren 1961 in Coburg (D), Studium der Bildhauerei an der Hochschule für Künste Bremen, lebt in Bremen. Download PDF

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